von den simiens nach aksum

Die Fahrt über ein Hochplateau, rechts und links zerklüftet die Gipfel der Simiens. Auf der Schotterstraße kommen uns Gruppen von Menschen entgegen, beladen mit Körben, Säcken und Kanistern. Dazwischen Ziegen und Esel, Schafe, die von Kindern mit Stöcken vorangetrieben werden. Kleine Karawanen ziehen vorbei. Es ist Markttag in Debark. Aus den Dörfern in der Gegend machen sie sich auf den Weg, viele seien schon vor Sonnenaufgang los, sagt Asri, unser Fahrer. Unvermittelt führt die Straße steil bergab. Serpentinen mit engen Haarnadelkurven wurden in die fast senkrechte Felswand gehauen. Manchmal scheint es als würden wir ins Nichts fahren. Die Italiener bauten die Straße während ihrer knapp sechs Jahre dauernden Besatzung. Ein Friedhof in einer Kurve zeugt von den Arbeitern, die während der Bauarbeiten ihr Leben verloren.

Am Straßenrand hängen merkwürdige Gebilde in den Bäumen: Bienenstöcke, aus Planen, Tuch und Ästen zusammengebunden.

Rast in einem Straßendorf. Wir sitzen in einem Café, auf kleinen bunten Plastikhockern. Trinken äthiopischen Kaffe aus kleinen bunten Tassen. Autos fahren vorbei, Karren mit Pferden oder Eseln, die Leute gehen ihrem Tagwerk nach. Dann jagt eine Windhose über die Straße und wirbelt für einen Augenblick das Leben durcheinander.

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